Können wir es uns leisten, Konflikte in Kliniken und Arztpraxen auszuhalten statt zu klären?

von | 31. Dez. 2021 | Coaching für Arztpraxen, Coaching für Kliniken | 0 Kommentare

„… Die neue Kollegin hat schon wieder gekündigt. Und das ist schon die Dritte in zwei Jahren. Ich weiß, die eine Kollegin im Team ist anstrengend. Sie macht es den Neuen nicht leicht. Aber was soll ich tun? Ich weiß nur, irgendetwas muss sich ändern.“

Die Versorgung der Patientinnen und Patienten hat immer Vorrang. Aber was ist mit uns selbst? Und mit unserer Zusammenarbeit im Team? Missverständnisse und Konflikte sind ein ganz normaler Bestandteil unserer Kommunikation. Aber sich damit zu beschäftigen? Das ist unangenehm und hält nur unnötig auf. Oder?

Die Anfragen an Unterstützung bei einer Konfliktklärung in Kliniken und Arztpraxen nehmen zu. Leider oft erst, wenn Mitarbeitende mit Kündigung drohen, öfters krank sind oder es bereits Kündigungen im Team gab. Dann kann es schon zu spät sein. Wertvolles Personal ist verloren. Gerade im Gesundheitswesen ist aber jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wertvoll und neues Personal schwer zu finden. Deshalb möchte ich auch in 2022 einen aktiven Betrag für ein gutes Miteinander in Kliniken und Arztpraxen leisten.

3 Empfehlungen zur Konfliktprävention in Kliniken und Arztpraxen

1.      Reflexion im Team zum Jahresbeginn

Ein neues Jahr bietet immer die Möglichkeit zum kurzen Innehalten und Überlegen:

  • Was haben wir letztes Jahr alles geschafft?
  • Welche Prozesse liefen besonders gut?
  • Gibt es Punkte, die wir im neuen Jahr neu oder anders machen sollten?

Diese Fragen können sich sowohl auf die Arbeitsorganisation als auch auf die konkrete Zusammenarbeit beziehen. Jede*r schildet seine Erfahrungen und Wünsche. Gemeinsam werden Ziele und Vereinbarungen für das neue Jahr gesetzt. Das kann gleichzeitig eine gute Basis sein, falls später Konflikte auftauchen. Sie können sich auf etwas beziehen, was Sie gemeinsam vereinbart haben.

2.      4-Augengespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden

Nicht jede*r möchte alles im Team besprechen. Und es gibt auch ganz persönliche Themen, die eher in ein persönliches und vertrauliches Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter*in gehören. Dafür lohnt es sich, mindestens einmal im Jahr ein spezielles Gespräch zu führen. Darin können Themen vorkommen, wie:

  • Wie gelingt mir meine Arbeit? Was unterstützt oder behindert mich?
  • Gibt es Unstimmigkeiten oder Konflikte?
  • Wie erlebe ich meine Führungskraft/meine*n Mitarbeiter*in? Was wünsche ich mir von ihr/ihm?
  • Gibt es private Veränderungen, die Einfluss auf die Arbeit haben?
  • Welche berufliche Weiterentwicklung wünsche ich mir bzw. kann ich anbieten?

3.      Eine Feedbackkultur im Team einführen und leben

Eine Arbeitsatmosphäre, in der sich alle unterstützen und helfen, beinhaltet auch gegenseitige Rückmeldungen. Was ist gut und was falsch gelaufen? So kann ein gemeinsames Lernen kontinuierlich ermöglicht werden. Dazu gehören regelmäßige Besprechungen im Team. Aber auch die direkte Ansprache, wenn ein Fehler oder ein Fehlverhalten wahrgenommen werden. Und über ein Lob und die Anerkennung für die geleistete Arbeit freut sich jeder. Es zaubert uns ein Lächeln.

Ich wünsche Ihnen den Mut und das Vertrauen, Dinge, die Ihnen auf dem Herzen liegen mit Ihrer Führungskraft und Ihrem Team zu besprechen. Und wenn es einmal schwierig wird oder Sie ein solches Gespräch in Ruhe mit einer neutralen Person vorbereiten möchten, wenden Sie sich gerne an die/den Coach Ihres Vertrauens.

Hier bloggt Annelie Eichhorn
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Mein Name ist Annelie Eichhorn.

Ich war über 20 Jahre selbst im Gesundheitswesen tätig – erst als Kinderkrankenschwester auf der Intensivstation und Normalstation und später als Coach und Führungskraft in der Krankenhausverwaltung.

Die Themen Kommunikation, Zusammenarbeit und Führung lagen und liegen mir ganz besonders am Herzen.

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